Arzt-Patientenkommunikation: warum ist es so wichtig, wie Ärzte mit Patienten sprechen?

„Medicus curat, natura sanat.“ Der Arzt bietet dem Patienten durch mehr oder weniger invasive Eingriffe die besten Kontextbedingungen zur Selbstheilung, die nach der eigentlichen Behandlung erfolgen wird. Das Vertrauen in den Arzt ist die Basis für die Gesundung. Der Arzt soll den Patienten zuhören, damit der Patient weiß: Ich werde gehört.

Was hat sich am Arzt-Patientengespräch verändert?

Früher gab es zwischen Ärzten und Patienten ein patriarchalisch wirkendes Verhältnis, auch ein Machtverhältnis. Auf der einen Seite die nicht zu diskutierende, unanfechtbare Autorität des Arztes; auf der anderen Seite der Rezipient von Intervention, der Kranke, der dem Arzt einfach glaubt und sich in sein Schicksal fügt. Heute gibt es den mündigen Patienten, den informierten Kranken, das Patient Empowerment. Patienten werden immer mehr zu Trägern (auch) von Halbwissen aus dem Internet. Das kann Fronten zwischen Medizinern und Patienten entstehen lassen.

Was verändert Supervision an der Arzt-Patientenkommunikation?

Patienten beschweren sich immer wieder über niedergelassene Ärzte und Klinikärzte, die nicht zuhören können oder sich – aus Sicht der Patienten – nicht für deren Sorgen und Nöte interesssieren. Supervision kann dazu beitragen, zwischen Medizinern und Laien einen tragfähigen Dialog zu entwickeln. Das Ziel ist es dabei, dass die Patienten verstehen, warum ein Eingriff oder eine Behandlung erforderlich ist – und was die Patienten dazu beitragen können, dass die Heilung danach gut verläuft.

Was entscheidend ist am Dialog zwischen Arzt und Patienten

Für Ärzte, die einer starken Mediziner-Selbstgewissheit mit Top-down-Kommunikation folgten, haben sich die Zeiten geändert. Doch Vorsicht:

Allein die Tatsache, dass viele Menschen heute im Internet nach Diagnosen und Therapien suchen, macht sie noch nicht zu aufgeklärten Patienten.

Kein Arzt der Welt möchte von seinen Patienten eine Weiterbildung in seinem Fachgebiet erhalten.

Ärzte werden verständlicherweise ungehalten, wenn sie von den Patienten Tipps zur medizinischen Kunst erhalten. Ein mündiger Patient stellt präzise Fragen – ein moderner Arzt geht auf die Fragen ein und beantwortet sie laiengerecht.

Ärzte wollen Patienten, die ihre Gesundheit wiedererlangen

Ärzte sind auf die Zusammenarbeit der Klienten und Patienten angewiesen. Compliance entsteht durch Kongruenz, also Stimmigkeit.

Supervision im Krankenhaus und in der Pflege ist daher darauf ausgerichtet, Brücken zu bauen zwischen Ärzten und Patienten. Damit entsteht, was mit dem Begriff Kommunikation (lat. communicare = teilen) gemeint ist:

Austausch von Informationen zur Gewinnung von Einsicht und Einvernehmen.

 

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